Eine andere Welt.
Eine Zugfahrt von Berlin entfernt.
Über Grindelwald
Eiger, Mönch und Jungfrau, vom Männlichen aus
Berner Oberland, Schweiz
René Ledrado · 24. September 2026 · 19:25 Uhr
Links der Eiger. Die Wand, die im letzten Licht rot leuchtet, ist seine Nordwand – eine der berühmtesten Felswände der Welt.
1936 verfolgten Menschen vom Tal aus durch Fernrohre, wie Bergsteiger darin um ihr Leben kämpften. In jenen Jahren bekam die Wand ihren Beinamen: Mordwand.
Unter ihr, längst im Schatten, liegt Grindelwald.
In der Mitte der Mönch, rechts die Jungfrau mit ihren Gletschern. Zusammen mit dem Eiger bilden sie eine der bekanntesten Bergsilhouetten der Alpen.
Als dieses Foto entstand, war die Sonne bereits untergegangen.
Nicht für die Gipfel. Sie ragen so hoch auf, dass sie die Sonne noch einige Minuten länger sehen als das Tal unter ihnen. Was hier leuchtet, ist das letzte direkte Licht des Tages.
Viele würden es Alpenglühen nennen. Genau genommen zeigt das Bild den Moment davor.
Es gibt unzählige Fotos von diesem Ort. Ein Licht wie dieses findet man darunter kaum.
Die letzte Gondel fährt gegen 17 Uhr ins Tal. Wer den Sonnenuntergang erleben will, muss oben übernachten. Und wer bleibt, wartet auf ein Licht, das vielleicht nie kommt.
An diesem Abend waren Wolken angekündigt. Ob daraus überhaupt ein Bild werden würde, war offen. Wenn sich der Himmel im Westen vollständig schließt, verschwindet das Licht einfach.
Diesmal kam die Sonne noch einmal durch. Das Tal lag längst im Schatten. Aber die Gipfel standen noch im Licht – die Nordwand des Eiger, der Mönch und die Jungfrau, rot unter einem violetten Himmel.
Wenige Minuten später war es vorbei.
Vom Männlichen nach Berlin
Vom 1. bis 7. November 2026 wird „Über Grindelwald“ in ganz Berlin zu sehen sein.
Nur wenige Wochen nach jenem Abend am Männlichen wird das Bild auf digitalen Flächen an S-Bahnhöfen, an Straßen und in Schaufenstern erscheinen – außerdem auf einem 67,2 m² großen Screen in Spandau.
Möglich macht diese Präsentation Skylum, der Hersteller der Bildbearbeitungssoftware Luminar. René hat „Über Grindelwald“ in Luminar entwickelt.

Der Fotograf
René Ledrado, geboren 1968, ist Landschaftsfotograf und Autor. Er lebt und arbeitet in Hannover als Fotograf und Dozent für Fotografie und wurde mit mehreren Fotopreisen ausgezeichnet.
Seine Bilder entstehen draußen, oft an bekannten Orten – in dem Licht, auf das man warten muss.
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Das Motiv, das im November 2026 in ganz Berlin zu sehen sein wird.
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